Ein kleines Mädchen steht vor Gott bei der Gabenausteilung. Das Mädchen vor ihr wünscht sich Schönheit und geht mit einem verzückten Gesicht, das ihr selbst vom Handspiegelchen entgegenlächelt davon. Ein weiteres Mädchen wünscht sich ein Kleid und geht mit tänzelnden Schritten und wogendem Stoffrauschen davon. Jetzt ist das Mädchen an der Reihe. Es weiß nicht, was es sich wünschen soll. Es schaut Gott mit großen Augen an. Es sagt: "Gott, ich wünsche mir..", das Mädchen strahlt und muss lächeln. Es kräuselt die Oberlippe und wird verlegen. Es muss wieder lächeln. Schließlich sagt es rasch: "Gott, ich wünsche mir, dass du immer bei mir bist, damit ich das Strahlen und Lächeln nie verliere."
actrice - am Sonntag, 14. Dezember 2008, 01:02 - Rubrik: Prosa und Lyrik