Ich glaube, dass man manchmal im Leben etwas verliert, das man an sich gerne hatte. Man war froh es zu haben und wusste ob seiner Kostbarkeit schon immer bescheid, da man es sich schon damals nicht erklären konnte. Weshalb kann ich das? Weshalb hab ich das? Wieso wird mir diese Gabe zu teil. Ich teile sie und erhalte Freude und Dankbarkeit. Eines Tages vielleicht verliert man dieses Geschenk. Man trauert und versteht den Verlust nicht. Hat man etwas falsch gemacht? Ist das Erwachsensein daran schuld? Wie kann man bloß eine Gabe verlieren, die einem zutiefst eigen und wertvoll war? Wie kann man etwas vergessen, das man niemals wusste, niemals bewusst einsetzte und doch immer bewusst aussprach? Hatte man das Vertrauen zu sich selbst verloren? Waren einem die anderen Menschen weniger wichtig geworden? War man selbst zu negativ und ignorant? Etwas hatte sich verändert. Anfangs war da Trauer, Ratlosigkeit und Wehmut. Später nur noch Abfindung mit den Tatsachen. Das muss man doch, oder? Wie sollte man sein Leben leben in ständiger Sehnsucht nach vergangenen Talenten? Waren meine Talente vergangen oder war die Zeit gekommen sie aufzugeben? Ich habe es nicht verstanden. Sovieles verstehen wir nicht. Wir verstehen im Grunde noch weniger. Doch wir trauern immer. Eine gewisse Zeit. Dann geht das vorüber und wir leben weiter. In den Tag, in den Alltag, in den Beruf und dem Leben dazu. Ich denke mir, wenn ich mir meine Gabe ansehe, dass sie mich nicht verlassen hat. Sie ist da. Ich hab sie wieder.
actrice - am Samstag, 13. Dezember 2008, 23:59 - Rubrik: Alle die Fragen des Seins